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SPENDE

Konzept

Kinderkrippe

Die Kinderkrippe ist ein kommunales Modellprojekt: Während Mütter die deutsche Sprache erlernen, werden die Kinder altersgemäß gefördert.

Die Kinder finden in der Krippe Lern- und Erfahrungsfelder, mit denen sie ihr Wissen und ihre sprachlichen und lebenspraktischen Fähigkeiten erweitern können.

Durch diese frühzeitige Förderung der Migrantenkinder wird späteren Bildungsnachteilen vorbeugend begegnet.

Kinder:

Die IG-Kinderkrippe wendet sich vor allem an Kinder, deren Mütter Deutsch - Integrationskurse in der IG besuchen.

Die Einrichtung umfasst zwei Gruppen mit je 12 Kindern im Alter von 1-3 Jahren.

Angebote:

In unserem spielpädagogisch gestalteten Hof ist Platz für Spiel und Bewegung, im Kindermobil geht es auch zu kleinen Ausflügen raus.

Genauso abwechslungsreich ist das Krippenleben in den Innenräumen, dort bieten Kreisspiele, Singen, Musikmachen, Turnen, Basteln und Erholen eine Menge Anregungen und Impulse.

Das Besondere unserer interkulturellen Erziehung ist die Betonung der Sprachförderung sowie das Augenmerk auf ein respektvolles Miteinander.

Der Tagesablauf in der Krippe ist strukturiert mit immer wiederkehrenden Ritualen.

Unsere Räume sind den Bedürfnissen der Kinder nach Aktivität und Ruhepausen angepasst.

Gesunde Ernährung ist uns wichtig, deshalb werden die Mahlzeiten frisch in unserer Küche zubereitet.

Intensive Elternarbeit findet durch individuelle Beratung statt, Kontakte zwischen den Eltern fördern wir durch

  • themenbezogene Elterntreffen
  • Feiern von Festen aus verschiedenen Kulturen

Kosten:

Der monatliche Beitrag richtet sich nach Einkommen und Buchungszeit.

Als Regeleinrichtung wird die Krippe von der Landeshauptstadt München und dem Freistaat Bayern bezuschusst.

 

Konzept 2016

Kinderkrippe der IG
Konzept

InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.
Kinderkrippe – Karlstraße 48-50 – 80333 Münche

Gliederung

1.      Träger der Kinderkrippe

1.1.Gesetzliche Grundlagen und Ausgangslage

1.2.Standort

1.3.Modellcharakter

1.4.Bildung = Integration

 

 

2.      Zielgruppe und Krippengröße

2.1.Öffnungs- und Buchungszeiten

 

3.      Leitbild der IG-InitiativGruppe e.V.

3.1.Leitgedanken der IG e.V. - Kinderkrippe

 

4.      Ziele

 

5.      Pädagogische Arbeitsweise

5.1.Personale und soziale Kompetenzen

5.2.Übergänge

5.3.Interkulturelle Erziehung

5.4.Sprachförderung

5.5.Musikalische Erziehung

5.6.Bewegungserziehung

5.7.Geschlechtsbewusste Erziehung

5.8.Ernährung

 

6.      Organisation

6.1.Öffnungs- und Buchungszeiten

6.2.Tagesstruktur

6.3.Personal/Team

 

7.     Erziehungspartnerschaft und Elternarbeit

8.      Einbettung und Vernetzung

9.      Räumlichkeiten und Ausstattung

10.  Küche und Hauswirtschaft

Anhang

11.  Konzept: Elternarbeit und Erziehungspartnerschaft in der IG-Initiativgruppe Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. - Kinderkrippe

12.  Schwerpunkt in der Bewegungserziehung: Körper – Bewegung - Sprache

13.  Förderung des frühkindlichen Erwerbs der deutschen Sprache für Kinder mit Migragtionshintergrund (1 - 3 Jahre) eingebettet in soziales Lernen

  1. Träger der Kinderkrippe

Die InitiativGruppe - Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. (IG) ist eine seit 1971 tätige gemeinnützige Bildungs- und Sozialeinrichtung in München. Die IG fördert die Integration von Münchner Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund und bietet schulische, berufsorientierte und soziale Maßnahmen und Aktivitäten an, um die Bildungschancen der zugewanderten Minderheiten zu verbessern und  ihre individuellen und kulturellen Potenziale zu stärken. Der Verein ist Träger von insgesamt 58 öffentlich geförderten Projekten und Unterprojekten. Die IG ist anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe.

Die Kinderkrippe ist ein kommunales Modellprojekt: Während Mütter die deutsche Sprache erlernen, werden die Kinder altersgemäß betreut und gefördert. Die IG-Kinderkrippe wendet sich vor allem an Kinder, deren Mütter Deutsch-Intergrationskurse in der IG besuchen. Die Einrichtung umfasst vier Vor- und Nachmittagsgruppen mit je 12 Kindern im Alter von 1 – 3 Jahren.

1.1. Die gesetzlichen Grundlagen bilden:

a)      das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz

b)      der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan

c)      die Pädagogische Rahmenkonzeption für Kinderkrippen der Landeshauptstadt München

d)      die Untersuchungen „Qualität in Kinderkrippen“ und „Interkulturelle Kompetenz in der pädagogischen Arbeit der Kinderkrippe“

Seit 2006 besteht die IG-Kinderkrippe mit zwei Gruppen, seit 2011 mit vier Gruppen.

Von Herbst 2008 bis 2011 arbeiteten wir mit der Nemetschek-Stiftung in einem Pilotprojekt an der Entwicklung eines Fortbildungskonzepts für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen zur Förderung des frühkindlichen Erwerbs der deutschen Sprache, eingebettet in soziales Lernen.

Seit September 2011 können wir das Projekt „Sprachförderung“ durch die Teilnahme am Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration – Frühe Chancen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weiterführen


1.2. Standort

Am Standort Karlstraße 48-50 werden die verschiedenen Bildungs- und Integrationsprojekte effektiv zusammengefasst. Der IG-Bildungsstandort hat für MigrantInnen Zentralfunktion.

Die Räumlichkeiten befinden sich im Rückgebäude, Karlstr. 48-50.

Zwei Gruppenräume befinden sich im Erdgeschoß Nr. 48, mit Küche und Freifläche, zwei weitere im ersten Stock, Nr.50.

1.3. Modellcharakter

Mit dem vorliegenden Kinderkrippenkonzept will die IG die Betreuung und Förderung der Kinder, die sich bislang schon in der Einrichtung befinden, entlang der aktuellen Forschungsergebnisse weiterentwickeln. Das Angebot für die Krippenkinder wendet sich vor allem an solche Kinder, deren Eltern (vor allem Frauen) einen Deutsch-Integrationskurs in der IG nach den Richtlinien des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auf Grundlage des Zuwanderungsgesetzes besuchen. Nur in begründeten Ausnahmefällen werden Kinder, die im Stadtteil Maxvorstadt leben, aufgenommen.

Während die Mütter die deutsche Sprache erlernen (an Vor- oder Nachmittagen, 600 - 900 Unterrichtseinheiten), werden ihre Kinder altersgemäß betreut und gefördert. Die Mütter können in der Regel die Deutschkurse nur besuchen, wenn ihre Kinder parallel zum Unterricht betreut werden. Der Schwerpunkt der Konzeption liegt in der sprachlichen und interkulturellen Bildung.

Die Konzentration auf diese beiden Aspekte ist begründet durch die spezielle Lebenslage von Migrantinnen und Migranten. Familien und Familienmitglieder, die erst vor wenigen Monaten nach Deutschland zugewandert sind, benötigen Orientierungshilfen und Angebote zum Erwerb von Sprachkenntnissen. Migrantinnen, die schon länger in München leben, nur über geringe Bildungsvoraussetzungen verfügen und/oder arbeitslos sind, haben einen Nachholbedarf an Integrationsmaßnahmen. In beiden Fällen bedürfen die Familien der Unterstützung bei der Überwindung von sozialer und ökonomischer Ausgrenzung. Durch die Integrationsförderung der Eltern werden Bildungsprozesse angeregt, die ihnen perspektivisch den Weg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

1.4. Bildung = Integration

Zugleich wird die Erziehungs- und Bildungskompetenz der Eltern, insbesondere der Mütter, gestärkt. Dabei wird von den mitgebrachten kulturellen Ressourcen der Eltern ausgegangen. Sie werden als Erziehungspartner betrachtet, die fachliche Unterstützung bei der Reflexion des Entwicklungs- und Erziehungsprozesses ihres Kindes erhalten. Damit wird der Grundstein gelegt für ein elterliches Verhalten, das auch in Zukunft die erforderlichen Bildungs- und Erziehungsprozesse ermöglicht. Die Mütter, die an den IG-Integrationsmaßnahmen teilnehmen, werden durch das Angebot der Kinderkrippe frühzeitig auch an die Nutzung von öffentlichen Erziehungseinrichtungen für ihre Kinder herangeführt.

Der Bildungsbenachteiligung (später: in Schule und Beruf) soll durch eine frühzeitige Förderung der Kinder und durch gezielte Elternarbeit begegnet werden. Altersgemäße Basiskompetenzen werden durch den Lernort Kinderkrippe gefördert. Voraussetzung dafür ist ein interkulturell ausgebildetes  Erziehungspersonal, das Wertschätzung für Kinder und Eltern zum Ausdruck bringt.

Selbst gesteuertes Lernen der Kinder mittels einer anregenden Umgebung in der Kinderkrippe (Spielmaterial, Naturerfahrung im Garten, Bewegung, Kinder-Gemeinschaft, Beziehungen), eine vertrauensvolle Bindung zu den Erziehungspersonen sowie deren Begleitung  und gezielte Förderung  ermöglichen vielfältige Bildungsprozesse. Durch rechtzeitiges Erkennen von Entwicklungsverzögerungen und durch das Einleiten von unterstützenden Maßnahmen und individueller Förderung verbessern sich die Bildungschancen der Migrantenkinder. Der „Vererbung“ von Bildungsarmut an die Kinder,  durch ein bildungsfernes Elternhaus, wird vorgebeugt.

  1. Zielgruppe, Krippengröße

 

Mit der Kinderkrippe erweitern wir das Integrationsangebot der IG für Kinder mit Migrationshintergrund und deren Eltern.

Die Einrichtung umfasst vier altersgemischte Gruppen mit insgesamt 72 Plätzen ( davon 24 Ganztagsplätze) mit Mädchen und Jungen im  Alter von 1 – 3  Jahren.

2.1. Öffnungs- und Buchungszeiten

 

Die Öffnungszeiten der Krippe sind Montag bis Freitag von 7:30 Uhr – 17:00 Uhr. Da unserer Erfahrung nach die Eltern Halbtagsplätze bevorzugen, kann auch vormittags oder nachmittags gebucht werden. Die Mindestbuchungszeit beträgt 20 Std. pro Woche. Die Schließzeit umfasst drei Wochen im August.

  1. Leitbild der IG-InitiativGruppe Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.

Wir BILDEN die Gesellschaft

Integration durch Bildung und Begegnung

Die InitiativGruppe (IG) tritt ein für eine solidarische Gesellschaft gleichberechtigter Bürger und Bürgerinnen, in der alle Menschen sicher und frei leben können. Dazu braucht es integrative Strategien, die insbesondere die gleichberechtigte Teilhabe aller an den gesellschaftlichen Ressourcen fördern. Integration ist dann gelungen, wenn Menschen mit Migrationshintergrund an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ohne Beschränkungen teilhaben können. Dieses Ziel bedarf eines wechselseitigen Integrationsprozesses, zu dem die staatlichen Institutionen, die Bürger und Bürgerinnen der Mehrheitsgesellschaft und die Zu- und Einwanderer und Einwanderinnen gleichermaßen beitragen.

(aus dem Leitbild der IG-InitiativGruppe e.V.)

3.1. Leitgedanken der IG e.V. – Kinderkrippe

 

Dem entsprechend steht die Kinderkrippe der IG unter folgenden Leitgedanken:

 

a)      Die Kinder erleben eine Atmosphäre der Geborgenheit, der Wertschätzung ihrer Individualität und des Vertrauens.

 

b)      Fachpersonal und Eltern entwickeln ein gemeinsames Verständnis von Erziehung und Bildung. Die Kinderkrippe bietet Partizipationsmöglichkeiten für Eltern und Kinder.

 

c)      Die familienergänzende Erziehung in der Kinderkrippe unterstützt und fördert individuelle und soziale Kompetenzen als Grundlage für gute Bildungschancen.

 

d)      Unsere Einrichtung ist ein Ort kultureller Begegnung. Interkulturelles Lernen dient der aktiven, vorurteilsbewussten Auseinandersetzung mit anderen Lebensweisen, Einstellungen und Religionen. Ziel dieses Lernens ist die Anerkennung und Wertschätzung von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Kinder erleben sich miteinander als einen Teil dieser Welt und erfahren in einer positiven und bestärkenden Art und Weise diese Vielfalt.

 

  1. Ziele

 

Jedes Kind wird in seiner Individualität mit seinen persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen wahrgenommen und gefördert. Kinder und Erwachsene begegnen sich mit Respekt und gegenseitiger Wertschätzung.

 

Die Kinder finden in der Krippe Lern- und Erfahrungsfelder zu allen Entwicklungsbereichen. Sie entwickeln kontinuierlich ihr Wissen, ihre lebenspraktischen Fähigkeiten und ihre Lernfähigkeit. Das Kind bestimmt das Tempo seiner Entwicklung selbst und gestaltet, entsprechend seinem Entwicklungsstand, seinen Interessen und Fähigkeiten, seine Bildung aktiv mit.

 

Die Kinder entwickeln ihre Fähigkeit, Erlebnisse, Gedanken und Erfahrungen in Spiel, Bild, Bewegung, Gesang und Musik, Tanz und Rollenspiel auszudrücken. Sie entdecken neue Formen der Kommunikation.

 

Den Übergang von der Familie in die Krippe gestalten Eltern und Kinder mit. Sie werden so begleitet und unterstützt, dass sie diesen Prozess konstruktiv bewältigen. Am Ende des Prozesses kommen die Kinder gerne in die Einrichtung und entwickeln ein „Wir-Gefühl“.

 

Die Kinder entdecken kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, finden sich mit ihrem Hintergrund in der Gestaltung der Einrichtung wieder, erfahren sich in ihrer Einzigartigkeit angenommen, entwickeln ein positives Selbstbild, Gefühl und Respekt für sich und für andere.

 

Die Kinder entwickeln Freude an verbalen und non-verbalen Ausdrucksformen, sie erweitern ihren Wort- und Begriffsvorrat und ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Die Kinder werden in der Entwicklung ihrer mehrsprachigen Identität gestärkt.

Die Kinder erleben Freude und Entspannung durch Musik. Sie entwickeln dadurch ein gutes Gehör, sie lernen mit Klängen, Tönen und Sprechlauten umzugehen und sie kreativ einzusetzen.

 

Die Kinder entwickeln ihre Fähigkeit zu bauen, zu schaffen und zu konstruieren mit Hilfe verschiedener Materialien und Techniken. Sie entdecken ihre Lust und Neugier zu experimentieren.

 

Die Kinder entdecken ihr Interesse an der natürlichen Umwelt und erleben die Natur mit allen Sinnen.

 

  1. Pädagogische Arbeitsweise

 

Die Arbeit in der Kinderkrippe orientiert sich am Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan“ und setzt dabei folgende Schwerpunkte:

 

5.1. Personale und soziale Kompetenzen

 

Grundlage der Arbeit ist der Situationsansatz und ein ganzheitlicher Erziehungsstil.

Ausgangspunkt für die pädagogische Vorgehensweise sind die Bedürfnisse und die Lebenssituation der Kinder. Das Erstgespräch mit den Eltern, der stete Kontakt mit ihnen sowie die Beobachtung, Reflexion und Dokumentation sind wichtige Mittel, um zu sehen, wo sich das Kind in seiner Entwicklung befindet und welche Anregung und Stärkung es braucht. Den Kindern werden Fertigkeiten und Wissen vermittelt, die in einem Zusammenhang zu ihrer sozialen Situation und ihren konkreten Lebensbereichen stehen. Dabei werden Situationsanlässe insbesondere daraufhin untersucht, welche Fähigkeiten Kinder erwerben können, um möglichst selbstbestimmt, selbstbewusst, selbstwirksam und kompetent denken und handeln zu können.

 

Mittelpunkt der Arbeit ist das Kind als Individuum und in seinem sozialen Gefüge. Wir begegnen ihm mit Respekt, nehmen seine Bedürfnisse ernst und bilden mit ihm eine Interessengemeinschaft. Durch die Achtung, die wir dem Kind entgegen bringen, erfährt es Selbstachtung und kann so Achtung und Respekt anderen gegenüber entwickeln. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, eigene Erfahrungen zu machen, eigene Bedürfnisse kennen zu lernen, Wünsche zu äußern und Grenzen zu erfahren. Kinder können bei uns experimentieren, spielen und lernen, Beziehungen aufbauen, sich bewegen, kurzzeitig unbeaufsichtigt spielen (sofern sie bewiesen haben, dass sie dazu in der Lage sind und vereinbarte Regeln einhalten), sich zurückziehen, nein sagen.

 

Wir möchten den Kindern ganzheitliches Erleben und Lernen ermöglichen. Die Umgebung spielt hierbei eine große Rolle. Die Räume werden flexibel und anregend gestaltet. Sie vermitteln Wärme und Geborgenheit und bieten Anreize für die Kinder, dies gilt insbesondere auch für die Außenfläche. Im Freispiel wie im gezielten Angebot wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu lernen. Ausflüge in den Stadtteil und in die nahe gelegenen Frei- und Spielflächen an der Glyptothek und im „Alten Botanischen Garten“ finden regelmäßig statt.

 

5.2. Übergänge

 

Der Prozess der Eingliederung in die Einrichtung (Aufnahmegespräch, Kennenlernen, Eingewöhnung mit Anwesenheit der Mutter) wird in enger Abstimmung mit den Eltern individuell gestaltet. Einstiegshilfen sind: Vertrautes in der Umgebung, eine feste Bezugsperson, Begrüßungs- und Abschiedsrituale, die Tagesstruktur. Gerade in der Eingewöhnungszeit kann die Verwendung der Muttersprache des Kindes durch eine Bezugsperson Türen öffnen. Wir unterstützen die Kinder dabei, Neugier für die neue Umgebung zu entwickeln, Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen und stehen ihnen mit Empathie, wenn nötig, mit Zuspruch und Trost zur Seite.

 

5.3. Interkulturelle Erziehung

 

Interkulturelle Erziehung liegt als einer der Schwerpunkte der Einrichtung nahe. Verschiedenartigkeit sowie Sprachenvielfalt werden als Selbstverständlichkeit erlebt und gelebt. Sie bieten die Möglichkeit für vielfältige Erfahrungen und Lernmöglichkeiten - für Kinder und Mitarbeiterinnen. Ausgrenzungsprozesse werden sensibel wahr genommen. Gegenseitige Wertschätzung der verschiedenen Kulturen und Muttersprachen, die durch die Kinder und Eltern vertreten sind, bilden die Basis des Zusammenseins. Wir hören Rhythmen aus fernen und nicht so fernen Ländern, wir spielen Spiele anderer Kulturen, wir singen Lieder in verschiedenen Sprachen, wir essen kulinarische Köstlichkeiten, riechen Düfte aus aller Welt und feiern gemeinsam Feste. Die Kinder finden Vertrautes aus ihren Herkunftskulturen in der Raumausstattung, in Rhythmen, Liedern, Spielen und Speisen wieder und lernen dasselbe anderer Kulturen kennen und wertschätzen. Dabei werden mögliche Spannungsfelder nicht ausgeklammert, sondern -  möglichst in engem Austausch mit den Eltern - für offene, konstruktive Auseinandersetzungen genutzt. Die Grundlage der Regeln des Miteinanders ist die Anerkennung der Gleichwertigkeit verschiedener kultureller Handlungspraxen und die Förderung der kulturellen Identität.

 

5.4. Sprachförderung

 

Sprache steht in enger Verbindung mit der kognitiven Entwicklung und der sozial-emotionalen Situation, in der sich ein Kind befindet. Eltern sind für uns die wichtigsten Sprechpartner ihrer Kinder. Wir wollen sie intensiv in die Sprachbildungs- und Sprachförderarbeit mit einbeziehen, um ihnen einerseits ihre Bedeutung bei der erstsprachlichen Entwicklung zu vermitteln und sie zur Unterstützung anzuregen, andererseits sie mit Materialien zur Förderung der Erstsprache gezielt einzubinden. Die Kinder wachsen mehrsprachig auf. Aus unserer Erfahrung mit der Beteiligung von Eltern im „Netz für Kinder“ ergibt sich durch eine Vielfalt der verwendeten Muttersprachen ein Gefühl der Geborgenheit und Wärme. Generell ist es für alle Mitarbeiterinnen sinnvoll, einige für die Kinder wichtige Worte der vorhandenen Sprachen zu lernen.

 

Das Kind erwirbt die Zweitsprache Deutsch gesteuert und ungesteuert. Es lernt in Alltagssituationen ebenso wie im gezielten Förderangebot. Dabei ist es wichtig, dass alle Handlungen mit Sprache begleitet werden, dass die Fachkraft die Gegenstände und Tätigkeiten benennt, dass sie zuhört, offene Fragen stellt, das Kind sich frei sprachlich entfalten lässt und sich selbst ihres Sprachgebrauchs bewusst ist. Lautspiele, Lieder, Reime, Bewegungsspiele, das Betrachten von Bilderbüchern werden gezielt eingesetzt. Dadurch fördern wir die Freude an vielfältigen Ausdrucksformen und die Fähigkeit zuzuhören. Die Mitarbeiterinnen bieten im Alltag vielfältige Anlässe und Situationen, die zur Kommunikation anregen und fördern damit die kontinuierliche Erweiterung und Ausdifferenzierung von Wortschatz, Begriffsbildung, Lautbildung und Satzbau, zunächst im Verstehen, später im Sprechen. Die Kinder lernen von ihrem Vorbild und insbesondere von einem Menschen, der sich ihnen liebevoll zuwendet.

 

5.5. Musikalische Erziehung

 

Musik und Rhythmus sind ein wichtiger Bestandteil des Alltags mit den Kindern, die Kinder hören Musik zur Entspannung, sie lernen konzentriert hinzuhören. Wir schulen ihr Gehör. Sie bewegen sich zu Musik und entwickeln damit ihre motorischen Fähigkeiten und das Körperbewusstsein. Sie machen selbst Musik - mit Instrumenten und mit ihrer Stimme. Die Möglichkeit, eigene Töne zu „fabrizieren“, sich auch einmal anders zu hören, fördert Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit. Lieder, Tänze und Rhythmen aus der musikalischen Tradition ihrer Herkunftsländer und Deutschland leisten einen Beitrag zur interkulturellen Begegnung.

 

 

5.6. Bewegungserziehung

 

Bei der Bewegungserziehung geht es darum, das Kind in seiner natürlichen Bewegungsfreude aktiv zu unterstützen. Es werden dem Alters- und Entwicklungsstand entsprechende Impulse zum eigenen Erproben geboten und  gezielte, ganzheitliche, spielerische Bewegungsangebote gemacht, die aufeinander aufbauende Anreize bieten. Dies findet in den Räumen der Krippe, im Außengelände, in der näheren Umgebung und mindestens einmal pro Jahr an einem ferneren Ziel statt. Dabei werden grob- und feinmotorische Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Geschicklichkeit und Koordination geübt.

Besonders wichtig ist dies für die Kinder unserer Kinderkrippe, da bei der Mehrzahl - durch eingeschränkte Wohnverhältnisse im Elternhaus und der häufig prekären Situation der Familien  - kaum Möglichkeiten des Ausprobierens bestehen (Bewegungs-mangel, einseitige Bewegung).

 

5.7. Geschlechtsbewusste Erziehung

 

Wir achten darauf, dass Mädchen und Jungen den gleichen Zugang zu Lerninhalten und Lernräumen erhalten. Bei der Entwicklung der Geschlechtsidentität ist eine Beschäftigung mit dem Rollenverständnis von Mann und Frau in verschiedenen Kulturen und eine entsprechende Verständigung mit den Eltern notwendig.

 

 

5.8. Ernährung

 

Beim Angebot an Speisen und Getränken wird auf gesunde Ernährung geachtet. Mit den Eltern werden Vereinbarungen getroffen, was den Kindern ggf. mitgegeben wird. Mahlzeiten werden in der eigenen Küche hergestellt. Dabei berücksichtigen wir kulturell bedingte Essgewohnheiten. Beim Kauf unserer Lebensmittel achten wir auf nachhaltige Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung.

 

  1. Organisation

 

6.1. Öffnungs- und Buchungszeiten

 

Die IG-Kinderkrippe ist Montag bis Freitag von 7:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Da unserer Erfahrung nach die Eltern Halbtagsplätze bevorzugen, kann auch nur vormittags oder nur nachmittags gebucht werden.

Minimale Buchungszeiten: 4-5 Stunden pro Tag

Maximale Buchungszeiten: 8-9 Stunden pro Tag

Die Kinderkrippe ist Anfang August für 3 Wochen geschlossen.

 

6.2. Tagesstruktur

 

Ein strukturierter Tagesablauf vemittelt den Kindern Sicherheit. Er beginnt mit dem Bringen der Kinder, der Begrüßung durch die Mitarbeiterin und die Verabschiedung von den Eltern. Das Kind wird dann in seiner Gruppe begrüßt. Der Tagesablauf ist gegliedert durch die Mahlzeiten, die Ruhezeit, Freispielphasen und gezielte Angebote. Für die Vormittagsgruppe gibt es Frühstück und  Mittagessen, am Nachmittag wird eine Brotzeit angeboten.

 

Durch eine Öffnung der Gruppen zu bestimmten Zeiten ist den Kindern die Möglichkeit geboten, Neues zu entdecken, andere Spielpartner zu treffen oder gezielte Angebote von Mitarbeiterinnen wahrzunehmen. Dadurch können sich die Kinder in einem lebendigen Miteinander erleben, indem sie von Größeren lernen und mit den Kleineren wieder kleiner sein können.

 

Wir wollen den Kindern die Zeit bei uns so vertraut und so anregend wie möglich gestalten.

 

6.3. Personal / Team

 

In der Kinderkrippe wird qualifiziertes Personal entsprechend den Qualitätsstandards des Referat für Bildung und Sport  beschäftigt. Beim Personal wird auf interkulturelle Kompetenz sowie auf die Bereitschaft Wert gelegt, sich innerhalb und außerhalb der Einrichtung weiter zu qualifizieren. Maßnahmen zur Personal- und Teamentwicklung werden verbindlich installiert (MitarbeiterInnen-Fortbildung).

Das Team ist multikulturell und mehrsprachig zusammengesetzt. Der Umgang der Mitarbeiterinnen untereinander und die Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt. Wir arbeiten ressourcenorientiert.

Die Tatsache, dass Personen unterschiedlicher Herkunft in der Kinderkrippe und der InitiativGruppe beschäftigt sind, führt zu bewusster Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt am Arbeitsplatz. Dies ist ein bereichernder Prozess, der nicht zuletzt auch den NutzerInnen und BesucherInnen zugute kommt.

 

Insgesamt vermittelt die IG ein mehrsprachiges Erscheinungsbild, das den unterschiedlichen NutzerInnen/BesucherInnen in ihren Kommunikationsbedürfnissen entgegenkommt.

 

  1. Erziehungspartnerschaft und Elternarbeit

 

Die IG-Kinderkrippe bezieht Eltern kontinuierlich in die Arbeit mit den Kindern ein. Informations- und Beratungsangebote (Themen z.B.: Gesundheit, Ernährung, Gewaltprävention, Erziehungsthemen, Bildungsplanung) unterstützen die Erziehungskompetenzen der Eltern und fördern die Eigenverantwortung. Die Zusammenarbeit mit unserer Krippenpsychologin, die regelmäßig in die Gruppen kommt, bietet uns die Möglichkeit die Eltern und das Team individuell und fachspezifisch zu beraten.  

 

Durch die Zusammenarbeit mit den Familien ergibt sich ein enger Kontakt zu den Eltern. Da wir als familienergänzende Einrichtung fungieren, ist die aktive Elternmitarbeit gewünscht. Sie soll zum gegenseitigen Verständnis beitragen und eine Erziehungspartnerschaft herbeiführen.

Die Lebenswelt der zugewanderten Familien wird verstärkt wahrgenommen und  in den Kinderkrippenalltag mit einbezogen. Gleichzeitig erhalten Eltern einen Einblick in den Alltag ihrer Kinder in einer „fremden“ Einrichtung und finden Anregungen für die Förderung zu Hause.

 

Die Elternarbeit soll transparent sein, daher planen wir regelmäßige Treffen mit dem Ziel, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Diese Erweiterung soll ein Forum sein, um den Eltern Anregungen, Tipps und Hilfestellungen ggf. auch in ihrer Muttersprache zu bieten. Wichtige Informationen, die Krippe betreffend (Krippen-ABC, „Am Anfang helfen alle mit“, Informationen zur Eingewöhnung), sind in 8 Sprachen übersetzt.

 

Ein Elternbeirat wird jährlich eingerichtet, wenngleich die Partizipationsmöglichkeiten der Zielgruppe wegen der relativ kurzen Aufenthaltsdauer der Mütter mehr bei punktuellen und begrenzten Selbsthilfeaktivitäten liegen.

 

Siehe im Anhang: Konzept zur Erziehungspartnerschaft und Elternarbeit

 

  1. Einbettung und Vernetzung

 

Im Laufe der Jahre hat sich die IG zu einem wichtigen Anbieter interkultureller Arbeit in München entwickelt.

 

Der  Standort Karlstraße 48-50 mit 44 fasst folgende Projekte zusammen:

 

  1. Deutsch-Integrationskursprojekt (Sprachkursprojekt)
  2. Frauen-Deutschkursprojekt und Frauenselbsthilfeprojekt
  3. Kolibri-Stiftung
  4. Interkulturelle Jugendarbeit/Jugendkulturarbeit
  5. Jugendmigrationsdienst
  6. IBZ-Integrations-Beratungs-Zentrum
  7. Ausbildungsbegleitende Hilfen
  8. Kultur- und Begegnungsveranstaltungen/Café-  und Kantinenbetrieb

 

Das IG-Zentrum wendet sich an unterschiedliche Zielgruppen: Kinder, SchülerInnen, Jugendliche, Eltern, Frauen/Mütter, Seniorinnen.

 

Das Gebäude wird vielfältig und intensiv genutzt (täglich von täglich von 7:30 Uhr bis mindestens 21:00 Uhr), hält ein differenziertes Raumprogramm vor und steht auch am Wochenende für Selbsthilfeaktivitäten offen.

 

Betrachtet man die Kinderkrippe aus dem Blickwinkel der Eltern, ergibt sich folgendes Angebotsspektrum:

 

4 Kinderkrippen-Gruppen mit je 12 Kindern,

Frauenselbsthilfegruppe und verschiedene kulturelle Neigungsgruppen (Chor, Musikkurse, Theater usw.),

Diverse Selbsthilfegruppen von Migrantinnen (türkische, kosovarische, afghanische usw.),

Mittagessen und Café für Besucher/innen und Mitarbeiter/innen,

Bildungs- und Qualifizierungsberatung für Migrantinnen,

Deutsch-Integrationskurse,

Jugendmigrationsdienst der IG.

 

Da die Eltern ihre vertrauten Bezugspersonen (Erzieherinnen) in der Kindergruppe erfahrungsgemäß in allen schwierigen Lebenssituationen um Rat fragen, wurde bereits ein externes Beratungsnetzwerk mit Migrationsfachdiensten, Sozialdiensten, Rechtsberatungsstellen u. ä. aufgebaut. Weitere Kooperationspartner sind:

 

  • Migrationserstberatung
  • REGSAM-Facharbeitskreise
  • Sozialbürgerhäuser (insbes. SBH Schwanthaler Str.)
  • Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V.

 

Zusätzlich hat die Kinderkrippe an ihrem Standort Kontakte und Kooperationen im Stadtteil aufgebaut:

 

  • Evangelisches Beratungszentrum München e.V.
  • Praxis für Logopädie + Kommunikation klinische Lerntherapie Antje Geiger
  • Verband binationaler Familien und Partnerschaften
  • Beratungsdienste der Arbeiterwohlfahrt
  • Ambulante Erziehungshilfen
  • Frühförderstellen
  • Frühe Hilfen Internationaler Bund / Frühe Hilfen Familieninterventionsteam
  • Frauenhäuser
  • Milbertshofener Kindervilla Stadtteilarbeit e.V.
  • Kinderzentrum München
  • Kindertagesstätte Haar gemeinnützige GmbH
  • Städt. Kooperationseinrichtung „Pumucklhaus“
  • Kontakte zu ausbildenden Schulen: BfZ, Donna Mobile, Staatl. Fachakademie Tumblinger Str., Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
  • Landeshauptstadt München Sozialreferat / Bezirkssozialarbeit (verschied. Sachbearbeiter)

 

  1. Räumlichkeiten / Ausstattung

 

Der IG-Kinderkrippe in der Karlstr. 48/50 stehen insgesamt 447,44 qm und ca. 230 qm Freifläche zur Verfügung.

 

Die Räume im Einzelnen:

 

4 Gruppenräume

2 Ruhe- und Mehrzweckräume

1 Leitungsbüro

1 Personalraum, Beratungszimmer (gemeinsame Nutzung mit ABH-Projekt)

1 Archivraum

1 Küche; (Gem. Nutzung m. IG-Kantine)

1 Vorratsraum

2 Lagerräume für Spielgeräte

2 Abstellräume

2 Sanitärbereiche für Kinder

2 Sanitärbereiche f. Mitarbeiterinnen

2 Verkehrsflächen

 

Die standardgemäße Ausstattung der Kinderkrippenräume wurde mit der zuständigen Fachabteilung des Jugendamtes besprochen und richtet sich nach dem Raum- und Funktionsprogramm für städtische Kinderkrippen.

 

  1. Küche und Hauswirtschaft

 

Die Mahlzeiten für die Kinder werden in der eigenen Küche frisch hergestellt. Der Träger ist sich bewusst, dass er damit eine hohe Verantwortung für die gesunde Ernährung der Kinder übernimmt. Beim Betrieb der Küche werden die Bestimmungen zur Lebensmittelhygiene beachtet und entsprechende betriebseigene Kontrollverfahren durchgeführt. Das Küchenpersonal nimmt jährlich an Belehrungen über die Tätigkeitsverbote nach dem Infektionsschutzgesetz teil, alle Beschäftigten in der Kinderkrippe erhalten Schulungen zur Lebensmittelhygiene, Händedesinfektion und die Desinfektion der Arbeitsflächen wird nach Vorschrift und mit geeigneten Mitteln durchgeführt.

 

Bei der Zubereitung der Mahlzeiten für die Kinder wird auf einwandfreie Lebensmittel i.S.d. LFGB, auf den altersspezifischen Nährstoffbedarf und eine nährstoffschonende Verarbeitung der Speisen geachtet. Geschmackliche Vorlieben der Kinder sowie kulturelle bedingte Ernährungsgewohnheiten werden berücksichtigt. Darüber hinaus ist gesundheitsbewusste Ernährung ein wichtiges Thema in der Erziehung und Bildung der Kinder, insbesondere aber auch in der Arbeit mit den Eltern.

 

Auch der hauswirtschaftliche Bereich wird von eigenem Personal betreut. Regelmäßige Reinigung der Räume und des Sanitärbereichs, die Wäschepflege sowie die tägliche Abfallentsorgung werden so gewährleistet. Dafür stehen Arbeitsschutzmittel bereit und die hauswirtschaftliche Kraft wird zu den Themen Arbeitssicherheit und Anwendungstechniken unterwiesen. Der Sanitärbereich ist mit Spendern für Flüssigseife, Einmalhandtüchern, Abfallbehältern und einem Deckeleimer für Windeln ausgestattet. Zur Unfallverhütung gehört, dass auf die Vermeidung von Rutschgefahr bei Nassreinigung geachtet wird und Reinigungsmittel an einem abschließbaren Ort in Originalbehältnissen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

 

Alle Beschäftigten achten auf besondere Hygiene im Wickelbereich: Die Desinfektionsvorschriften nach jedem Wickeln sowie bei Kontamination durch Exkremente oder Blut werden eingehalten. Zum Schutz der Beschäftigten wird ein Hautschutzplan ausgehängt.

 

Das Erste-Hilfe-Material wird so deponiert, dass es für die Kinder nicht zugänglich, für das Personal aber leicht erreichbar ist, ebenso wie die Notrufnummern. In den Gruppenräumen steht ein Erste-Hilfe-Set zur Verfügung. Die Bestände und ggf. Verfallsdaten werden regelmäßig kontrolliert. Das Personal wird darauf hingewiesen, dass bei Wundversorgung Einmalhandschuhe zu tragen und die Hände anschließend zu desinfizierten sind.

 

Die Räume entsprechen den Hygiene- und Sicherheitsvorschriften, sowie den Qualitätsstandards der Stadt München.

 

Elternarbeit und Erziehungspartnerschaft in der IG-InitiativGruppe

Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. - Kinderkrippe

 

Unserer Erfahrung nach kommen unsere Eltern hauptsächlich aus Staaten außerhalb der EU, leben erst seit kurzem in Deutschland und wissen wenig über das Deutsche Bildungssystem. Beispielsweise haben viele Eltern unklare Vorstellungen von der Kinderkrippe haben, die Bedeutung der Einrichtung falsch einschätzen und unrealistische Erwartungen haben.

Hier wird deutlich, dass die Elternarbeit und Erziehungspartnerschaft mit Migrant/innen nicht nur aufgrund der Verständigungsprobleme anspruchsvoll ist, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen und Erwartungen.

 

Die Konzentration auf diese beiden Aspekte ist begründet durch die spezielle Lebenslage von Migrantinnen und Migranten. Familien und Familienmitglieder, die erst vor wenigen Monaten nach Deutschland zugewandert sind, benötigen Orientierungshilfen und Angebote zum Erwerb von Sprachkenntnissen. MigrantInnen, die schon länger in München leben, häufig nur

über geringe Bildungsvoraussetzungen verfügen und/oder arbeitslos sind, haben Nachholbedarf an Integrationsmaßnahmen. In beiden Fällen bedürfen die Familien Unterstützung bei der Überwindung von sozialer und ökonomischer  Ausgrenzung. Durch Integrationsförderung von Eltern mit Migrationshintergrund werden Bildungsprozesse angeregt, die perspektivisch den Weg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

 

Zugleich wird die Erziehungs - und Bildungskompetenz der Eltern, insbesondere der Mütter gestärkt. Dabei wird von den mitgebrachten kulturellen Ressourcen der Eltern ausgegangen. Die Eltern werden als Erziehungspartner betrachtet, die fachliche Unterstützung

bei der Reflexion des Entwicklungs- und Erziehungsprozesses ihres Kindes erhalten. Damit wird der Grundstein für ein elterliches Verhalten gelegt, das in Zukunft die erforderlichen Bildungs- und Erziehungsprozesse ermöglicht. Die Mütter, die an den IG-Integrations-maßnahmen teilnehmen, werden durch das Kinderkrippenangebot frühzeitig auch an die Nutzung von öffentlichen Erziehungseinrichtungen für ihre Kinder herangeführt.

 

Durch die Zusammenarbeit mit dem Frauenprojekt in der IG können wir uns als Kinderkrippe

schon im Anmeldeverfahren für die Kurse einbringen.

Besonders wichtig ist, dass die Eltern schon bei den ersten Kontakten mit unseren Mitarbeiterinnen etwas über die Kinderkrippe erfahren, welche Ziele und Aufgaben wir haben, wie mit Kindern pädagogisch gearbeitet wird  und dass der Kooperation mit den Eltern eine große Bedeutung beigemessen wird.

Wir nehmen die Personalien auf und können schon mitgebrachte Unterlagen für uns kopieren.

Dabei findet eine erste Situationsanalyse statt.

Folgende Fragen können schon im aller ersten Gespräch beantwortet werden:

  • ØAus welchem Land kommt die Familie?
  • ØWie können wir uns verständigen? ( spricht eine Mitarbeiterin die Muttersprache, kann eine andere Mutter übersetzen)
  • ØHat das Kind Geschwister?
  • ØHat das Kind Kontakt zu anderen Verwandten oder Kindern?
  • ØUnter welchen Einkommens- und Wohnverhältnissen lebt die Familie?
  • ØWie sind die Migrationsbiographien der Familienmitglieder
  • ØWelche Wünsche und Erwartungen haben die Eltern einer Betreuungseinrichtung gegenüber?

 

Das Anmeldeformular wird gemeinsam mit uns ausgefüllt. Wir machen einen Termin für ein ausführliches Erstgespräch mit der Gruppenleiterin in der Krippe aus. Die Eltern können sich die Kinderkrippe vorher anschauen und die Erzieherinnen kennen lernen. Dabei ist es auch möglich Termine für Schnuppertage für die Kinder und Eltern auszumachen. Meist finden die Schnuppertage vor den Sommerferien statt. Die Gruppenerzieherin bzw. Bezugsperson des Kindes kann während der Schnuppertage die Familie kennen lernen und vielleicht einschätzen, wie die Eingewöhnungszeit am besten gestaltet wird.

Bei unserem Erstgespräch gilt es behutsam und einfühlsam auf die Eltern einzugehen, schließlich sollen Sie nicht den Eindruck haben, dass Sie einem Verhör unterzogen werden. Möglicherweise werden Eltern verhalten reagieren, da Sie - geprägt durch das Erziehungs- und Bildungssystem ihres Herkunftslandes - eine staatliche Einmischung befürchten. Zu Bedenken sind dramatische Fluchterfahrungen, über die nicht gerne gesprochen wird. Für unser Erst-gespräch nehmen wir uns ca. 2 Stunden Zeit. Bei einigen Gesprächen ist es notwendig eine Übersetzerin, wenn nicht eine Mitarbeiterin in der IG die Sprache abdeckt, dabei zu haben.

 

Da wir einen umfangreichen Erstgesprächsbogen ausgearbeitet haben, ist hier nur ein kleiner

Ausschnitt an Fragen aufgeführt:

  • ØWie lange wohnen Sie schon in Deutschland? In diesem Stadtteil?
  • ØWas waren Ihre Ausreisegründe?
  • ØWollen Sie irgendwann zurückkehren?
  • ØWas sind Ihre Ziele, Wünsche; was möchten Sie erreichen, was ist Ihnen wichtig?
  • ØWelche Rituale, Feste, Feiern der Herkunftskultur und -religion werden bei Ihnen gepflegt?
  • ØWelche Sprache sprechen Sie zu Hause?
  • ØUnd welche Sprachen sprechen Sie mit ihrem Kind?
  • ØWer ist an der Erziehung der Kinder beteiligt? (Mutter, Vater, Oma, Tante)
  • ØHat ihr Kind Verbindungen ins Herkunftsland (Reisen, Besuche von Verwandten..) oder Kontakte mit Kindern Ihres Sprach- und Kulturkreises? Mit deutschen Kindern?
  • ØWas ist Ihnen am wichtigsten, wenn Sie an Ihr Kind denken? Was soll es hier in der Kinderkrippe neben der deutschen Sprache lernen?

 

Im Laufe dieses Gespräches kann sich herausstellen, dass die Familie noch andere Unterstützung braucht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: die Weiterleitung an andere

familienunterstützende Projekte (Ostapje, Hippi,), der Kontakt zum Sozialbürgerhaus (Bezirkssozialarbeit), Frauenhaus, Frühförderstelle, Donna Mobile etc.

Oft sind die Eltern mit der hier gebräuchlichen Bürokratie überfordert und brauchen Hilfe und Unterstützung beim Ausfüllen von Unterlagen, u.U. bei Behördengängen.

 

Die Eltern werden täglich beim Abholen der Kinder über besondere Vorkommnisse und

Erfolge ihres Kindes von den Erzieherinnen informiert. Diese „Tür und Angelgespräche“

sind sehr wichtig, daraus entwickelt sich wachsendes Vertrauen gegenüber der Einrichtung. Die Bring- und Abhol-Situation gestalten wir freundlich, wir versuchen immer wieder einige Worte zu wechseln, oder bei sehr schlechten Deutschkenntnissen zumindest nonverbal zu kommunizieren (indem wir z.B. Fotos, Bilder oder Bastelarbeiten ihres Kindes zeigen).

Die Eltern besuchen die Kurse in der Regel im Haus und sind für uns während der Eingewöhnung der Kinder schnell erreichbar.

 

Wir informieren uns beim Erstgespräch gezielt über den Sprachstand des Kindes

und bestärken die Eltern zuhause ausschließlich ihre Muttersprache mit den Kindern zu sprechen.

Da die Eltern selbst noch die deutsche Sprache erlernen, hat unsere Krippe eine kleine Bibliothek an Kinderbüchern, die sich die Eltern ausleihen können, um mit Ihren Kindern zu lesen und zu lernen - somit profitieren beide. Dabei muss nicht unbedingt alles in deutscher Sprache benannt werden, es ist ebenso hilfreich die Dinge in der Muttersprache zu benennen.

Wir betonen den Eltern gegenüber, dass das Beherrschen der Herkunftssprache sich

positiv auf den Erwerb der Zweitsprache Deutsch auswirkt. Wir fragen die Eltern

nach Reimen und Liedern aus ihrer Heimat und bitten die Eltern auch mal mit allen

Kindern in Ihrer Muttersprache zu singen.

Von einigen Eltern wissen wir, dass sie Ihren Kindern keine entsprechenden Materialen

zur Verfügung stellen können, da die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind.

 

Unsere Informationen zur Kinderkrippe, das Krippen ABC und die Broschüre „Am Anfang helfen Alle mit“,  sind in acht Sprachen übersetzt.

 

Wir setzen uns in erster Linie für das Kindeswohl ein. Das heißt aber auch, dass eine überforderte Mutter mit geringen Sprachkenntnissen eine Unterstützung braucht, da sie oft mit den von Behörden abverlangten Unterlagen auf Unterstützung angewiesen ist. Oft wissen viele nicht, welche Rechte und Möglichkeiten Sie haben.

Wenn sich herausstellt, dass eine Familie mit fünf Personen einen Raum zur Verfügung

hat, dann stellen wir gemeinsam einen Antrag ans Wohnungsamt oder wir setzen uns mit dem

zuständigen Sozialarbeiter aus dem SBH in Verbindung. Einige Eltern möchten, dass wir

Hausbesuche machen, um uns ihre Situation zu verdeutlichen. Dies ist nur in einem sehr

begrenzten Umfang möglich. Dabei gilt es vor allem bei Gesprächen den kulturellen Hintergrund zu berücksichtigen, der ansonsten leicht zu Missverständnissen führen kann.

So sind Migrant/innen oft nicht bereit, sofort irgendwelche Entscheidungen (z.B. hinsichtlich

einer besonderen Förderung ihres Kindes oder des Besuchs einer Beratungsstelle) zu treffen,

sondern wollen das Problem erst ausführlich in der (erweiterten) Familie/ mit den Freunden diskutieren. Mütter, die alleine zu einer Besprechung gekommen sind, haben häufig keine Entscheidungsbefugnis.

Generell werden die Eltern Anregungen der Erzieherin hinsichtlich der Erziehung und Bildung ihres Kindes oder bezüglich besonderer Förderangebote eher aufgreifen, wenn sie merken, dass die Erzieherin ein positives Bild von ihrem Kind hat, - also nicht auf Defiziten

(z.B. mangelnde Deutschkenntnisse) fokussiert, sondern auf Kompetenzen  (z.B. Mehrsprachigkeit, Leben in zwei Kulturen, Bewältigung der Migration und den damit verbundenen Transitionen).

 

Es hat sich herausgestellt, dass Veranstaltungen an den kursfeien Vormittagen von den meisten Eltern wahrgenommen werden. Zum gegenseitigen Kennenlernen, für organisa-torische Abläufe  und für Informationen über den Tagesablauf der Kinderkrippe bieten wir regelmäßige „Elterncafés“ an.

Themenvormittage beschäftigen sich mit Erziehungskompetenzen, Ideen für die tägliche

Beschäftigung  mit den Kindern, Ernährungs- und Erziehungsberatung usw..

Es werden nach Bedarf auch Referenten eingeladen, wenn möglich mehrsprachig.

Zu den Themen stehen Unterlagen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Wir laden die Eltern dazu ein, in den Gruppen zu hospitieren oder bei Ausflügen zum Beispiel

auf den Spielplatz oder in die nähere Umgebung mitzugehen. Zum einen wird die Hospitation von den Eltern als eine Art „Vertrauensbeweis“ verstanden. Zum anderen macht die Erzieherin ihre pädagogische Arbeit transparent, ohne diese beschreiben zu müssen, damit wird ein Einblick auch ohne Deutschkenntnisse möglich.

 

Unsere Mitarbeiterinnen spielen eine zentrale Rolle in der Kulturvermittlung und bei der Ver-mittlung zwischen den Kulturen. Multikulturalität in der Krippe erfordert nicht nur die Akzep-tanz von „anderen“ Sichtweisen, sondern auch das selbstkritische Infragestellen eigener Einstellungen und Praktiken. Dies sind Reflexionsprozesse mit hohen fachlichen und persönlichen Ansprüchen. Die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen – Multiper-spektivität -  ist für uns eine Grundvorrausetzung für die Arbeit in unserer Einrichtung, als Kompetenz und als pädagogische Strategie, z.B.:

 

-          Selbstverständliches aus anderen Perspektiven wahrnehmen

-          Die verschiedenen Sprachen in der Gruppe aufgreifen und einsetzen

-          Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrnehmen und damit bewusst umgehen

-          Migrationsfamilien in unsere Arbeit miteinbinden

 

Die Eltern haben die Möglichkeit sich in unserer Sofaecke im Flur zu setzen und miteinander zu reden. Gespräche über ihre Migrationsgeschichte, sowie Erziehungsprobleme und ihre Lebenssituation in Deutschland sind immer wieder Themen. Die Eltern tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und können anderen Unterstützung und Tipps geben.

 

12. Schwerpunkt in der Bewegungserziehung:

Körper - Bewegung - Sprache

 

Kinder im Krippenalter sind Entdecker – das betrifft auch ihren Körper – sie lernen täglich etwas dazu

Bei uns finden sie dazu vielfältige Möglichkeiten vor

 

In Bewegung erkundet das Kind seine Umwelt, seinen eignen Körper und dessen Fähigkeiten. Sie ermöglicht ihm Erfahrungen die seine Erkenntnisse und sein Wissen über sich selbst, seine Mitmenschen, die Dinge und Räume seiner Umgebung erweitern. Alles was wir in Bewegung erlernen wird unmittelbar tief im Gedächtnis gespeichert. Zunehmende motorische Fähigkeiten verleihen den Kindern Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl.

 

In der Kinderkrippe werden die motorischen Impulse mit anderen Tätigkeiten zusammengeführt. Vieles wird auch mit Kreis- und Bewegungsliedern, Kim-, Fang-, Lauf-, Reaktions-, Geschicklichkeits-und Werfspielen, Kniereiter-, Hüpf-, Tobe-, Reaktions- und Fingerspielen geübt.

Beispiele:

-          Körperteil wird bewegt, berührt und im Lied/Gedicht benannt.

-          Tierstimmen- oder Tiernamen durch Hüpf-, Zuordnungsspiele lernen.

-           Bewegungslandschaften und -geschichten sind weitere Methoden.

 

Vielfältige Angebote und Materialien bieten Möglichkeiten und Anregungen zur Eigenaktivität und zur freien Bewegung. Wir achten besonders auf wechselnde Ruhe- und Bewegungsphasen im Tagesablauf. Mindestens einmal pro Woche wird mit jeder Gruppe ein gezieltes Bewegungsangebot im großen Mehrzweckraum durchgeführt, an dem die Kinder sehr gerne teilnehmen. Bewegungsspiele fördern neben der Motorik auch die sozialen Fähigkeiten der Kinder (z.B. Abwarten, Erlernen und Umgang mit Regeln, sich auf den Spielpartner einlassen, Lernen am Modell, . . .).

 

In den Gruppen-, Mehrzweckräumen, sowie im Außengelände befinden sich Podeste, Rampen, unterschiedliche Ebenen, Matten, Bänke, Spielhäuser, große und kleine Polster und Kissen, Riesenbausteine, eine kleine Sprossenwand, Kästen, ein Spiegelhaus, das z.B. mit Bällen gefüllt als Material-Bad benutzt wird. Kleine Treppen mit Geländer, eine Riesenschaukel, diverse Materialien für Rhythmik- und Bewegungsangebote, ein Sandkasten mit diversen Sand- und Wasserspielzeugen, Rutschen und Leitern, Drei- und Laufräder, Bobbycars, Roller, große und kleine Schiebefahrzeuge wie Autos, Lastwagen, Schubkarren, des weiteren ein Seilzug, Pylotten, Stäbe, Seile, Reifen, und unterschiedliche Bälle.

Die Materialien, die einmal zur freien Verfügung stehen und zum Anderen gezielt eingesetzt werden, bieten Anregungen für das Experimentieren mit den Körperfähigkeiten und Bewegungsabläufen. Die Kinder haben die Möglichkeit, diese eingehend zu beobachten, nachzuahmen und zu üben.

Balancierspiele oder auch Slalom laufen und fahren bieten den Kindern einen Anreiz sich außergewöhnlich zu bewegen, zu erproben und den Gleichgewichtssinn zu entwickeln.

 

In der näheren Umgebung machen wir Spaziergänge und Ausflüge (Hauptbahnhof, Museen, Brunnen, benachbarte Kindertageseinrichtungen und Institutionen) und es gibt naheliegende Spielplätze und Parks, die wir gerne besuchen.

 

Bei Wickel-, Streichel- und Tastspielen erhalten die Kinder Anregungen für die Hautoberfläche. Unterschiedliche Materialien und Anreize (z. B. gemeinsames Kochen, Backen und Essen; Geruchs- und Geschmacksspiele; Sammeln, Experimentieren und Spielen mit Naturmaterial) ermöglichen zahlreiche Sinneserfahrungen.

 

Da Kinder gerne auch am „richtigen Leben“ teilhaben möchten binden wir sie in unsere alltäglichen Handlungen mit ein. Zum Beispiel beim Betten Machen, Tisch Decken und Wischen, Auf- und Abräumen, beim Kehren, Spielsachen waschen, Servierwagen Schieben oder bei der Vor- und Nachbereitung von Gruppenangeboten.

 

Bei allen Bewegungsspielen und Aktivitäten findet parallel implizit und explizit Sprachförderung statt

 

13. Förderung des frühkindlichen Erwerbs der deutschen Sprache für Kinder mit

       Migrationshintergrund (1-3 Jahre) eingebettet in soziales Lernen

 

 

„Kein Kind will eine Nationalsprache erlernen. Jedem Kind ist es egal ob es Deutsch, Türkisch, Griechisch, Englisch, oder Französisch spricht. Die jeweilige Nationalsprache ist nur das Werkzeug, das es entdecken muss, um sich verständlich zu machen, andere verstehen zu lernen, um seine wachsenden Bedürfnisse auszudrücken und die Gedanken zu ordnen.“

 (aus Anna Winner, Kleinkinder ergreifen das Wort)

 

Sprache steht  in enger Verbindung mit der kognitiven Entwicklung und der sozial-emotionalen Situation, in der sich ein Kind befindet. Eltern sind für uns die wichtigsten Sprech- und Bezugspartner ihrer Kinder. Wir wollen sie intensiv in die Sprachbildungs- und Sprachförderarbeit mit einbeziehen und gemeinsam  eine  Grundlage schaffen, die auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Wertschätzung aufbaut  und den Austausch über die Entwicklung des Kindes ermöglicht. Hierbei möchten wir ihnen einerseits ihre Rolle und Bedeutung bei der Entwicklung der Erstsprache Ihrer Kinder bewusst machen und ihnen individuelle Angebote zur  Unterstützung geben; dabei knüpfen wir an ihre Stärken und Ressourcen an. Andererseits bekommen sie Informationen, Anregungen, Materialien, Tipps und Modelle zur Entwicklung und Förderung der Erst- und Zweitsprache.  Nicht zuletzt erhalten auch wir wichtige Informationen und Unterstützung von den Eltern. Aus unserer Erfahrung  ergibt sich durch die Vielfalt der verwendeten Muttersprachen ein Gefühl der Geborgenheit und Wärme für die Familien; die Muttersprache ist die Emotionalsprache. Für alle MitarbeiterInnen ist es sinnvoll, einige für die Kinder wichtige Worte der Muttersprache zu beherrschen.

Das Kleinkind erwirbt die Zweit-  oder Drittsprache Deutsch zum größten Teil unbewusst. Es lernt und erprobt sich in Alltagssituationen ebenso wie im gezielten Förderangebot. Die Mitarbeiterinnen bieten  vielfältige Sprechanlässe und Situationen, die zur Kommunikation anregen und fördern damit gezielt und strukturiert die kontinuierliche Erweiterung und Ausdifferenzierung von Lautbildung, Begriffsbildung, Wortschatz  und Satzbau - zunächst im Verstehen, später im Sprechen.

Die sprachbewusste Gestaltung des Krippenalltags und des Gruppenlebens ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Bildungsarbeit. Wir arbeiten, sprechen und handeln lösungsorientiert

 

  • eine sichere und vertrauensvolle  Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind aufzubauen und zu gestalten. (Bindungstheorie)
  • eine Lernatmosphäre zu schaffen in der sich jedes Kind angenommen und wohl  fühlt und seine Sprachkompetenzen in seinem eigenen Tempo und in unterschiedlichen Erfahrungsräumen entwickeln kann
  • dass  Freude, Spaß und Erfolg beim Sprechen und Kommunizieren für alle erlebbar wird
  • dass die Kinder erfahren, dass  ihre Stimme und Ihre Sprache(n) ein Teil ihrer individuellen Persönlichkeit und Identität ist, dass sie wertvoll ist und jeder Mensch ein Recht auf seine Sprache hat (auch die Kindersprache)
  • dass  jedes Kind  die Möglichkeit  hat, sich in all seinen Bedürfnissen und Interessen auf seine Weise zu äußern, dass wir dies wahrnehmen und wertschätzen
  • dass sich die Kinder untereinander eigenständig begegnen,  miteinander kommunizieren, spielen, Freundschaften knüpfen und hierbei Anregungen und Unterstützung erhalten
  • Sprach-Vorbild und -Modell zu sein
  • den Kindern die vielfältige Materialien, Angebote, Erfahrungs- und Erprobungsräume  zu bieten die sie für ihre jeweilige Entwicklung benötigen
  • unser Fachwissen über andere Kulturen und deren Sprachen zu erweitern
  •  uns ständig über den aktuellen Forschungsstand zum Spracherwerb weiterzubilden
  • uns Fachwissen über sprachliche Bildung und Förderung im Kleinkindalter anzueignen
  • den Kindern und Eltern einen guten Start in den Kindergarten zu ermöglichen

 

  • dem Bewegungsbedürfnis der Kinder Zeit, Raum und Anregung bieten und  Bewegungs- und Sinneserfahrungen gezielt mit Sprache verbinden.
  • die Eingewöhnung neuer Kinder und ihrer Eltern individuell gestalten
  • uns über  Migrationsbiografien, Sprach- und Sprechgewohnheiten innerhalb der Familien informieren
  • uns über Rituale, Regeln, Spiele oder Lieder erkundigen, die dem Kind von Zuhause vertraut sind
  • andere Kulturen und Muttersprachen respektieren,  als positiven Aspekt werten und  den Krippenalltag dafür öffnen
  • die Vielfalt der Sprachen und Kulturen  nutzen, um uns zu verständigen
  •  jedes Kind  ermutigen und unterstützen sich sprachlich zu äußern und einzubringen und ihm die Zeit lassen, die es dafür benötigt
  • die Kontakte und Kommunikation von Kindern untereinander positiv  unterstützen, anregen und  fördern
  • Den Kindern Freiräume bieten sich zu erproben um soziale Kompetenz und sprachliche Fertigkeiten zu üben
  • den Tagesablauf und die Räumlichkeiten klar und strukturiert gestalten
  • vielfältige und ganzheitliche Angebote zur Förderung der Wahrnehmung und Kreativität durchführen
  • den  Kindern aufmerksam zuhören und ein feinfühliger Dialogpartner sind (wechselseitiger Austausch)
  • wir sensibel und offen auf die körpersprachlichen Signale,  die sprachlichen Äußerungen und Themen des Kindes eingehen, diese verstehen, aufgreifen und weiterführen
  • alle Handlungen mit Sprache und Sprache mit Handlung begleiten
  • einfache Wörter auswählen die einheitlich verwendet werden sowie Ein-, Zwei- und Dreiwortsätze wiederholt einsetzen
  •  eine Sprache mit Unterstützung von Mimik und Gestik  verwenden die dem Entwicklungsstand des Kindes angemessen ist
  • Mit Betonungen sprechen, im Sprech-, Lautempo
  • langsam, deutlich und wiederholt sprechen
  •  in wiederkehrenden Themenfeldern (wie z.B. Tiere, Kleidung, Fahrzeuge) und mit  Wiederholungen arbeiten
  • Dinge und Situationen, auf die sich die Aufmerksamkeit des Kindes richtet, wiederholt aufgreifen und benennen
  • die aktuelle Situation und die Befindlichkeit (Stimmung) des Kindes aufnehmen,  die Körperhaltung nonverbal spiegeln, Umschwünge herbeiführen
  • im Gespräch verbindlichen Blickkontakt auf Augenhöhe suchen und uns dem Kind körperlich zuwenden
  • interessiert nachfragen und zuhören
  • die Laute, Worte und Aussagen der Kinder wertschätzen,  wiederholen und ein korrektives Feedback geben
  • uns den Kindern offen, interessiert und mit einer hohen Präsenz zuwenden und  Aufmerksamkeit entgegenbringen (interessiertes Nachfragen und Zuhören mit unterstützender Mimik und Gestik)
  • In der Gruppenkommunikation auf Kinder achten, die nonverbale Signale äußern, und diese aufgreifen
  • die Muttersprachen, Bräuche und Feste aus den verschiedenen  Kulturen in den Alltag mitaufnehmen
  • uns in der Interaktion mit den Kindern und in Alltagssituationen selbst wahrnehmen, reflektieren, austauschen und beraten lassen
  • die Entwicklung der Kinder beobachten und dokumentieren und als Basis für die Planung unserer pädagogischen Arbeit  und zum Gespräch mit den Eltern nutzen. Uns mit Fach- und Team-KollegInnen sowie den Eltern darüber austauschen, um bei Bedarf über den Krippenbereich hinausgehende  passende Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten zu finden.
  • Beobachtungen  und Dokumentationen  mit den Kindern gestalten und betrachten, um wichtige Sprachanlässe zu schaffen, die eine Basis für  Erinnerungen  an eigene und gemeinsame Erlebnisse schaffen und für die kindlichen Erkenntnisprozesse  förderlich sind
  • Lautspiele, Lieder, Reime, Sing- und Bewegungsspiele, Kreis- und  Fingerspiele wiederholt und strukturiert anbieten (auch in verschiedenen Sprachen)
  •  Bewegungsspiele, Bilderbuchbetrachtungen, Erkundungen in der näheren Umgebung, Naturerlebnisse, Rituale, Experimente, Spielmaterialien gezielt einsetzen (auch hier gilt das Prinzip: Wiederholung!)
  • uns regelmäßig  mit den Eltern austauschen, sie über unsere Arbeitsweise, die Fortschritte und Erlebnisse der Kinder und den Krippenalltag informieren (Portfolio), ihnen Materialien zur Verfügung stellen und Einblicke in den Tagesablauf ermöglichen
  • Eltern bezüglich des Umgangs mit mehreren Sprachen in der Erziehung und zu Themen wie Sprachentwicklung und Sprachförderung informieren und fortbilden
  • An Fortbildungen teilnehmen, Fachbücher und Fachartikel lesen, Themen zu Mehrsprachigkeit und Sprachförderung im Team und mit Fachkolleginnen  bearbeiten